Seit einigen Tagen kursiert im Bistum Limburg ein Text eines mir unbekannten, aber offensichtlich gut informierten Dichters, der das umstrittene Wirken des römisch-katholischen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst treffend beschreibt.

Es herrscht im Hohen Dome
zu Limburg an der Lahn
ein Fürst von Gottes Gnaden,
das war ein frommer Mann.
Er stand gar fest im Glauben,
und dort, wo man ihn sah,
da sprach er von der Armut,
durch sie käm‘ Gott uns nah.

»Von Reichtum und von Gütern
da trenne man sich gern,
wer so versteht zu leben,
der wird geliebt vom Herrn.«
So predigte der Hirte
zu seiner Herde Schar
er hegte stets die Hoffnung,
dass sie ihm folgsam war.

Doch blieb’s nicht bei den Worten,
schon bald war zu erfahr’n,
dass es an Priestern mangelt,
drum müsst‘ die Kirche spar’n:
Die kleineren Gemeinden,
die würden fusioniert,
manch Gotteshaus geschlossen,
da’s sonst nicht mehr rentiert.

Das Leben der Pfarreien,
es wurde arg beschwert,
weil weder Geld noch Hilfe
von oben wurd‘ gewährt.
Es hieß: »Selig die Armen!
Kommt, tut es ihnen gleich!
Was braucht Ihr von uns Gelder,
Euch ist das Himmelreich!«

Doch was die Herde duldet,
galt für den Hirten nicht;
er ließ ein Schloss sich bauen,
gediegen, doch nicht schlicht.
Sogar eine Kapelle
erbaute man, allein,
damit er ganz in Stille
Gott könne nahe sein.

Denn wer mit solcher Würde
den Herrn im Himmel stützt,
von dem darf man nicht fordern,
dass er den Dom benützt.
Der Dom steht auf für alle
und nicht für ihn allein,
doch unser Bischof sonnt sich
in Gottes Glorienschein.

Und auch an jener Stätte,
die er zur Wohnung nahm,
da gibt es all das Edle,
was man nur kaufen kann.
Ob Bibliothek, ob Sauna,
ein Zimmer mit Kamin:
Für ihn ist nichts zu teuer,
er gibt sich für uns hin.

Weit reicht sein Opferwille
in uns’re Welt hinein,
und fliegt er mal nach Indien,
so muss es First Class sein,
denn so nur bringt er Hilfe
den ärmsten Kindern dort
bei ihrer Qual im Steinbruch,
dann fliegt er wieder fort.

Zuhaus darob die Herde,
die murrt und meckert sehr,
denn solch einen Verschwender,
den will man hier nicht mehr.
Es lebt sich leicht im Luxus
von anderer Leute Geld,
das unten an der Basis
den Menschen schmerzlich fehlt.

Du guter Gott im Himmel,
gedenke Deiner Schar,
denn solche Kirchenfürsten,
sie nehmen Dich nicht wahr.
Ein solches Beispiel lehrt uns,
das wird schnell offenbar:
Es kommt heut‘ Gottes Kirche
gut ohne Kirche klar.

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6 Comments to “Die Ballade vom eingebildeten Bischof”

  1. De Bischof voh Limbursch
    Protestlied von Peter Bandur wird zum Internethit

    Mundartsänger Peter Bandur hat exklusiv für Deutschlandradio Kultur sein Protestlied »De Bischof voh Limbursch« aktualisiert. Das Lied ist im Internet schon zu einem kleinen Hit geworden: Mehr als 63.000 Mal wurde es angeklickt und handelt von Franz-Peter Tebartz-van Elst …

    Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/s.....n/2291232/
    Lied als mp3: http://ondemand-mp3.dradio.de/.....0535f1.mp3

  2. Jaehnert-Scharf sagt:

    Ich finde es unerträglich wie man diesem Mann verunglimpft .Es handelt sich um ein Diozösanes Zentrum und nicht nur um seine Wohnung. Keiner regt sich über das Kanzleramt oder die Staatskanzleien auf.Vielleicht sollten wir mal wieder sachlicher miteinander Umgehen

  3. peter sagt:

    Klasse, das war zu meiner Meinung, die katholische Kirche braucht Geld, ich bin ausgetreten.

  4. Obliers sagt:

    Zu Opus-Dei-Fundamentalisten Escrivas in der Katholischen Kirche ist folgendes Buch sehr lesenswert: »Die katholische Mafia« von Matthias Mettner, wie die »katholischen Geheimbünde nach der Macht greifen«! Danach erscheint der Limburger Bischof in seiner o.g. Predigt in einem ganz besonderen Licht!

  5. Sehr schön ist auch das Lied »De Bischof voh Limbursch«, das beim Mundart-Wettbewerb in Elz leider der Zensur zum Opfer fiel, aber dank Youtube der Nachwelt erhalten bleibt: http://www.youtube.com/watch?v=30ed6A3haI4

  6. Matthias Thiele sagt:

    Wundervolles Gedicht!

    Hier eine aktuelle Meldung von der Hompage des Bistums Limburg:

    „FRANKFURT/LIMBURG – Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst hat am Samstag, 22. September, im Bartholomäusdom zu Frankfurt einen Festgottesdienst zu Ehren des Hl. Josemaria Escriva (1902 bis 1975) gefeiert. Am zehnten Jahrestag der Heiligsprechung Escrivas führte der Bischof von Limburg mit der Feier der Eucharistie eine im Bistum Limburg und auch in vielen anderen deutschen Diözesen gewachsene Tradition fort.
    „Biografien sind immer Botschaften“, sagte der Bischof in seiner Predigt. Heilige seien deshalb nie Menschen der Vergangenheit. Sie seien immer Frauen und Männer von Morgen und Zeugen der kommenden Welt. Josemaria Escriva habe die innere Freiheit gehabt, das Kreuz im Leben sehen zu können und den geistlichen Durchblick auf Ostern hin zu finden. „An den Grenzen des eigenen Lebens Gottes Größe zu erahnen, im Mangel, die verborgene Fülle zu wissen und im Klagelied der Trauer die Melodie von Ostern nicht zu verlieren, das ist der Pfad zur Heiligkeit“, so Tebartz-van Elst. Nach Auffassung des Bischofs kann das Kreuz zur Quelle werden, die Leben und Liebe ermögliche. „Wo wir loslassen müssen und scheinbar verlieren, will die Wunde zur Wende werden und das Kreuz zur Quelle“, sagte der Bischof. Wo kirchliches Leben scheinbar krank ist, wo verletzt und vorgeführt werde, wolle Gott in den Wunden das Wunder der Wandlung wirken. Das Kreuz beginne als Quelle des Heils zu leuchten, wo der Gekreuzigte mit seinen Wunden in den Blick komme. Wo das Kreuz zur Quelle wird, werde das scheinbar Verlorene wiedergefunden. „Wir erleben, wie vieles sich in unserer Gesellschaft und Kirche verändert. Wir erschrecken darüber, wie das Leben werden kann, wo die Quellen der Wahrheit und der Liebe nicht mehr fließen“, so Tebartz-van Elst.
    Christen könnten dann die Welt verändern, wenn sie im Leiden die Quellen auftun, aus denen eine Liebe strömt, die bewegt, zu bleiben und immer wieder zu trinken, weil sich das Wunder der Wandlung nie verzehre. Quellen des Heils wollen immer wieder neu vom Menschen erschlossen werden. Diese Quellen beginnen zu fließen, wo im Kreuz aus Leiden Liebe werde, und der Mensch nicht aufhöre, daraus zu schöpfen.
    Josemaria Escriva wurde am 9. Januar 1902 in Spanien geboren. Im Jahr 1928 gründete der Priester das Opus Dei (Werk Gottes). Diese Organisation wirkt in der Seelsorge und in der Bildung von Laien und hat weltweit etwa 87.000 Mitglieder. Der Hauptsitz liegt in Rom.“

    Jeder mache sich seine eigenen Gedanken!!!

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